Über “NLP im Projektmanagement”

Dieser Blog behandelt das Thema NLP (Neuro-Linguistisches Programmieren) unter dem Aspekt des Projekt-Managements und anderer verwandter Disziplinen.
Zielgruppe dieses Blogs sind in erster Linie Projektmanager/Projektleiter und andere Personen, die mit Projektmanagement in Berührung kommen. Dieser Blog möchte die Gemeinsamkeiten des NLP mit Projekt-Management herausarbeiten und den Menschen im Projekt eine Hilfestellung geben, wie mit NLP Projekte erfolgreicher gestaltet werden können. Darüber sollen auch NLP-Interessierten Anregungen gegeben werden, wie sich NLP und dessen Grundgedanken im beruflichen Alltag außerhalb klassischer Coaching-Situationen einsetzen lässt.
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Komplexität (in Projekten) und NLP

Bei einem kürzlich besuchten Projektmanagement-Seminar war auch Komplexität in Projekten ein Thema. Dafür hat der Referent einen Satz Vorgehensweisen vorgestellt, die den Umgang mit Komplexität erleichtern. Der vorliegende Beitrag diskutiert Hintergründe und den Bezug zu NLP, speziell zu den Vorannahmen und einige ausgewählte Methoden.

Begegne Komplexität mit Komplexität

  • Mehr Handlungsoptionen sind besser als weniger Handlungsoptionen

Komplexität benötigt Flexibilität in den Handlungsoptionen. Diese Flexibilität entsteht wiederum bzw. steigert sich, wenn mehr Handlungsoptionen verfügbar sind. Im NLP ist es eine Grundeinstellung, dass mehr Handlungsoptionen verhindern, dass man in einer Situation feststecken bleibt.

Erlaube eine Vielfalt von Perspektiven

  • Die Landkarte ist nicht das Gebiet

Diese Vorannahme geht davon aus, dass Wahrnehmung immer subjektiv und damit unvollständig ist, d.h. von den eigenen Wahrnehmungsfiltern beeinträchtigt wird. Da die Wahrnehmungsflter verschiedener Personen auch unterschiedlich sind, entsteht durch verschiedenen Perspektiven ein vollständigeres Bild der Wirklichkeit (ein 100 % vollständiges Bild ist theoretisch nicht möglich, ebenso wie die Vollständigkeit durch die eingeschränkte Wahrnehmung nicht nachgewiesen werden kann). Da komplexe Systeme sich nicht durch Zergliederung in Teilsysteme und Komponenten vollständig erschließen lassen, können durch eine Vielfalt von Perspektiven zumindest einzelne blinde Flecke vermieden werden. Im Zusammenhang mit Komplexität gilt also auch “viel hilft viel“.

Berücksichtige Subjektivität

  • Die Landkarte ist nicht das Gebiet
  • Menschen treffen stets die besten Entscheidungen, die ihnen möglich sind

Durch die Unvollständigkeit der eigenen Perspektive entsteht zwangsläufig eine Subjektivität, die in der erstgenannten Vorannahme resultiert. Aus dieser Vorannahme der eingeschränkten Sichtweise auf eine Situation oder eben ein komplexes System folgt dann direkt die zweite Vorannahme, dass Menschen auch im Umgang mit komplexen Systemen eingeschränkt sind (ein komplexes System ist bspw. auch der menschliche Geist). Wenn Menschen selbst für sich ein komplexes System bilden, kann ein übergeordnetes System wie ein Projekt, in dem Menschen interagieren, ebenfalls nur komplex sein. Schon die Bewertung “gut” bzw. “beste” kann nur im Bezug zu anderen Dingen/Handlungen bewertet werden. Theoretisch würde “beste” bzw. eine Objektivität eine ultimative Bewertung notwendig machen. Da dies wiederum der Komplexität wiederspricht, kann die Bewertung einer Handlung nur auf die (subjektive) Perspektive des Einzelnen bezogen werden.

Probiere und experimentiere

  • Wenn das, was Sie tun seinen Zweck nicht erfüllt, so tun Sie etwas anderes

Bei komplexen Systemen – wie in Projekten – ist es, wie angemerkt, nicht möglich, das System durch Zergliederung zu beherrschen. Dann ist der einzige Weg ein angestrebtes Ziel = Beherrschung des Systems zu erreichen, laufende Kurskorrekturen vorzunehmen. Es zwar im Vorfeld mögliche Wege zu einem Ziel zu planen, bei komplexen Systemen wie Projekten ist der vollständige Weg jedoch nicht überschaubar. Deshalb sind die Teilschritte immer von Versuch und Irrtum geprägt. Diese müssen dann, wenn sie nicht mehr optimal auf das Ziel hinführen, Kurskorrekturen nachsichziehen.

Kopiere, kombiniere und optimiere

  • Wenn eine bestimmte Person etwas kann, kann jeder andere Mensch dies auch lernen
  • Modelling

Kopieren von Handlungen, die Übernahme von Einstellungen und Gewohnheiten sind zentrale Entwicklungs- und Lernmechanismen des Menschen. NLP geht davon aus, dass bei gleichen Randbedingungen Wissen und Können übertragbar ist. Das heißt nun nicht, dass das einfach und sofort erreicht werden kann (möglicherweise gilt die 10.000-h-Regel von Anders Ericsson, die von Malcom Gladwell populär gemacht wurde) aber grundsätzlich ist die Möglichkeit einer Fähigkeit bewiesen, wenn ein Mensch etwas ausführen kann. NLP hat als Format, um Fähigkeiten zu kopieren, das Modelling entwickelt. Natürlich liegt es auf der Hand, dass die Kombination von Fähigkeiten die (Problem-)Lösungsfähigkeiten noch weiter verbessert, eben wie die Weiterentwicklung an sich (so unterliegt NLP selbst einer konstanten Weiterentwicklung durch die Verpflichtung in den Ausbildungen neue Formate zu schaffen).

Entwickle gemeinsam

  • Die Person mit den meisten Handlungsoptionen bestimmt bzw. kontrolliert ein System

Wenn mehrere Personen weitere Handlungsoptionen einbringen und diese an einem gemeinsamen Ziel ausrichten, wird auch die Kontrolle über das System größer. Es ist eine nachgewiesene und oft erlebte Tatsache, dass durch gemeinsames Nachdenken (Brainstorming) mehr Ideen kreiert werden, als wenn man alleine über eine Sache nachdenkt. Das lässt sich auf Handlungsoptionen ausdehnen, wenn diese Ziel des Brainstormings sind.

Verkürze den Feedbackrhythmus

  • Die Bedeutung der Kommunikation liegt in der Reaktion darauf
  • Wenn etwas nicht funktioniert, probiere etwas anderes

Feedback ist die Reaktion auf Kommunikation. Da man nicht nicht kommunizieren kann, ist logischerweise alles ein Feedback. Aktive und bewusste Kommunikation ist nun mit Sicherheit besser als Stille und die vermeintliche Nicht-Kommunikation. Wenn nun die Reaktion auf “etwas” nicht wunschgemäß ausfällt, ist logischerweise eine Verkürzung des Zeitraums bis zur Änderung des “etwas” eine angemessene Möglichkeit der Optimierung des Ergebnisses. Dass ohne Änderung auch keine Verbesserung entstehen kann, liegt mindestens seit Georg Christoph Lichtenberg auf der Hand.

Berücksichtige die Abhängigkeit vom Kontext

  • Reframing

Dis Komplexität eines Systems und damit auch eines Projekts entsteht durch die Einbindung in sein Umfeld und seine Umwelt, die zusammen mit den Stakeholdern damit zu Teilen des Systems werden (und typischerweise die Komplexität eher noch steigern). Das Umfeld und die Umwelt bilden den Kontext des Systems. Typischerweise unterliegt das Umfeld und die Umwelt ebenfalls Veränderungen, teilweise auch durch Wechselwirkungen mit dem (Kern-)System. Ein Weg zum Umgang mit dem Kontext ist die Bedeutungsgebung für das, was dort passiert. Teil der Bedeutungsgebung ist auch die Veränderung in der Bedeutungsgebung. Im NLP ist der Fachbegriff dafür Reframing. Unterstützt werden kann die Veränderung in der Bedeutungsgebung durch unterschiedliche Wahrnehmungspositionen.

Wie dargestellt, können die NLP-Vorannahmen und die abgeleiteten Methoden und Werkzeuge im Umgang mit komplexen Systemen nützlich sein. Vorhandene Komplexität kann typischerweise nicht vollständig ausgeschaltet werden. Trotzdem kann der Umgang mit der Komplexität durch NLP-Kenntnisse verbessert werden.

Frage: Welche komplexen Systeme sind Ihnen schon begegnet? Wie sind Sie damit umgegangen? Welche Hilfsmittel haben Sie eingesetzt?

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Fehler oder Feedback

Kommunikation mit Team-Mitgliedern, dem Auftraggeber, Kunden und anderen Stakeholdern ist eine wichtige Aufgabe des Projektleiters.

Was ist der Zweck von Kommunikation? Im NLP (Neuro-Linguistisches Programmieren) existiert die zentrale Vorannahme zur Bedeutung von Kommunikation als der Reaktion, die man darauf erhält. Da man nach Watzlawick nicht nicht kommunizieren kann, ist alles eine Reaktion auf die eigene Kommunikation. Welche Schlussfolgerungen leiten sich dann daraus ab? Grundsätzlich lassen sich jetzt mehrere Fälle unterscheiden.

  1. 1: Die Reaktion ist wie erwartet und gefällt mir.
  2. 2: Die Reaktion ist wie erwartet und gefällt mir nicht.
  3. 3: Die Reaktion ist nicht wie erwartet und gefällt mir.
  4. 4: Die Reaktion ist nicht wie erwartet und gefällt mir nicht.

Die wirklich interessanten Fälle sind der Zweite und Vierte, zum Ersten und Dritten bleibt nur das Fazit: Weiter so und mehr davon.

Den vollständigen Artikel können Sie hier lesen: Fehler oder Feedback auf www.geemco.de

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Strukturen – im NLP, Projektmanagement und Prozessmanagement

strukturEin zentraler Zweck von NLP ist das Aufspüren von Strukturen – Strukturen in der Wahrnehmung, Strukturen in der Sprache, Strukturen im Denken und Strukturen im Handeln.

Dies können sowohl Strukturen in der eigenen Wahrnehmung, im eigenen Denken und Handeln sein, ebenso wie in der Wahrnehmung anderer Personen, in deren Denken und Handeln.

Erst wenn ein Verständnis für den Ist-Zustand der eigenen Strukturen und die der anderen herrscht, kann davon ausgehend mit der Veränderung der Strukturen begonnen werden. Der Grundgedanke dabei ist, nicht das Rad neu zu erfinden, sondern das Beste von erfolgreichen Strukturen anderer zu übernehmen.

Eine ähnliche Vorgehensweise wird im Projektmanagement und Prozessmanagement verfolgt. Auch dort geht es darum Strukturen in Projekten und Prozessen zu identifizieren, bewusstzumachen und zu verbessern. Bei Projekten liegt der Fokus etwas stärker auf der Schaffung der Strukturen (vgl. das Einmaligkeitskriterium von Projekten), bei Prozessen etwas stärker auf der Identifikation (von bestehenden Abläufen).

Strukturen in Projekten mit Bezug auf Prozesse sind die Projektphasen (Initialisierung, Definition, Planung, Umsetzung, Abschluss), die Werkzeuge und Methoden (bspw. Projektstrukturplan, integrierte Projektsteuerung), die beteiligten und betroffenen Personen (Auftraggeber, Kunden, Teammitglieder, sonstige Stakeholder).

Strukturen in Prozessen sind die Einteilung in Prozessarten (Leistungsprozesse, Unterstützungsprozesse, Führungsprozesse), die Rollen und Funktionen in den Abläufen, die Schnittstellen dazwischen, die Eingangs- und Ausgangsgrößen (Auslöser & Ergebnisse, Input & Output) und die Leistungsarten (Nutzleistung, Stützleistung, Blindleistung, Fehlleistung).

Die gemeinsame Klammer zwischen den verschiedenen Strukturformen bei NLP, Projekten und Prozesse ist die Art, wie diese herausgearbeitet werden können. NLP mit seinem Modelling bietet dabei eine wertvolle Hilfe in Form von passenden Fragestellungen. Modelling kann dabei direkt angewendet werden, wie das im Modellieren erfolgreicher Projekte, erfolgreicher Projektleiter und erfolgreicher Prozesse beschrieben ist, ebenso in indirekter Form wie im Meta-Modell der Sprache, den Logischen Ebenen oder den Meta-Programmen. Dabei werden dann die oben genannten Strukturen an sich herausgearbeitet. Also dass Projekte aus Phasen bestehen und auf einen Projektmanagement-Prozess abgebildet werden können. Diese Erkenntnis mag sich jetzt trivial anhören, ist aber im Lean-Verständnis der Standard-Arbeit ein ganz entscheidender Schritt.

Im Bereich der Geschäftsprozesse treten bspw. Verschwendungen auf, die sich strukturell in Kategorien einteilen lassen:

  • Verschwendung durch Transport (Güter, Material, Maschinen)
  • Verschwendung durch Lagerung (klassische Lager, Zwischenpuffer)
  • Verschwendung durch Bewegung (von Menschen)
  • Verschwendung durch Warten und Suchen
  • Verschwendung durch Überproduktion (zur Verdeckung anderer Probleme)
  • Verschwendung durch Überbearbeitung (unnötige Schritte)
  • Verschwendung durch Defekte und Fehler
  • Verschwendung durch nicht genutztes Potenzial (der Mitarbeiter)
  • Verschwendung durch Komplexität (in den Systemen)

Allen Verschwendungen gemeinsam ist die fehlende Wertschöpfung für den Kunden. Verschwendungen lassen sich in der Produktion identifizieren, ebenso wie in administrativen Bereichen wie Entwicklung, Verwaltung und Vertrieb. Sie lassen sich auch metaphorisch anhand von alltäglichen Beispielen wie der Verschwendung durch Vorratsdosen festmachen.

Die Schaffung von Strukturen – wiederum direkt und indirekt – im Arbeits(platz)umfeld kann durch die 5S/5A-Methode erfolgen. Die Methode ist über die ursprüngliche Anwendungsbereiche hinaus auch einsetzbar in anderen Bereichen, bspw. Entwicklung. Sie zeigt, wie durch Modellierung (direkt) ein besserer Zustand erreicht werden kann, ebenso wie durch zusätzliche Maßnahmen erreicht wird, dass dieser bessere Zustand dann andauernd beibehalten wird (indirekt).

Frage: Wo wollen Sie in Ihrem Unternehmen und/oder Ihrem persönlichen Verhalten Strukturen identifizieren? Welche Vorbilder kennen Sie dafür? Welche Strukturen stellen bei Ihren Vorbildern den Erfolg sicher?

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Menschenbilder – NLP Vorannahmen vs. Toyota Way

Da Vinci Vitruve Luc ViatourNLP und der Toyota Way gehen beide in meinen Augen von einem sehr positiven Menschenbild aus. Im Neuro-Linguistischen Programmieren drückt sich das in den Vorannahmen aus, im Toyota Way in den Grundwerten. Das macht es lohnend, die beiden Ansätze gegenüberzustellen, um Gemeinsamkeiten und ggf. Unterschiede herauszuarbeiten.

NLP-Vorannahmen

Toyota Way Grundwerte

Die Landkarte ist nicht das Gebiet.

Genchi Genbutsu (Gemba)

Diese Vorannahme wurde schon hier diskutiert. Im Bezug auf Toyota bzw. Lean Management heißt das, dass Verbesserungen immer vor Ort und nicht fernen Büros oder Besprechungszimmern stattfinden. Für Führungskräfte bedeutet das auch, dass sie nicht warten, bis Mitarbeiter mit Problemen zu ihnen kommen, sondern dass sie aktiv die Arbeitsplätze besuchen.

Wenn eine bestimmte Person etwas kann, kann jeder andere Mensch das auch lernen.

Teamwork

Diesem Wert liegt zugrunde, dass Menschen von einander lernen können und dies am besten in Teamarbeit geschieht. Er beinhaltet auch die Aufforderung Wissen und Fähigkeiten weiterzugeben und kommt in dem Modell der Führungskraft als Coach zum Ausdruck.

Menschen treffen stets die besten Entscheidungen, die ihnen möglich sind.

Challenge

Diese Vorannahme besagt nicht, dass es nicht noch bessere Entscheidungen gibt. Im Toyota Way bedeutet das, sich nicht mit dem Status Quo zufrieden zu geben und sich laufend Herausforderungen zu unterwerfen und ebenso Mitarbeiter laufend herauszufordern, beispielsweise durch das Setzen anspruchsvoller Ziele. Dabei wird der Weg zu den Zielen nicht vorgeben, sondern dem Mitarbeiter überlassen. Gleichzeitig wird er aber nicht mit der Herausforderung alleine gelassen, sondern es wird coachende Unterstützung angeboten.

Jedem Verhalten liegt eine positive Intension zugrunde.

Respect (for people)

Diese Vorannahme bzw. dieser Wert ist sehr eng mit dem vorigen verbunden. Im Toyota Way bedeutet er, dass die Menschen (Mitarbeiter, aber auch externe Zulieferer) unterstützt werden, um gemeinsame Ziele zu erreichen. Er repräsentiert das tiefliegende Bewusstsein, dass sich die Unterstützung schlussendlich auch dem eigenen Vorteil dient.

Wenn das, was Sie tun, seinen Zweck nicht erfüllt, so tun Sie etwas anderes.

(Daily) Kaizen

Verbesserung kann nur durch Veränderung geschehen. Sobald man wahrnimmt, dass eine Vorgehensweise nicht zum Ziel führt oder besser funktionieren könnte, besteht die Aufgabe darin etwas zu verändern, ohne ggf. das nächste Wochen- oder Monats-Meeting abzuwarten. Im Toyota Production System hat jeder Mitarbeiter in der Fertigung das Recht und die Pflicht mittels einer Reißleine (Andon-Cord) die Produktion zu stoppen, um weitere Fehler zu vermeiden.

Frage: Welche Werte und Annahmen liegen Ihren Handlungen zugrunde? Welches Menschenbild vermitteln Sie im beruflichen und privaten Umfeld. Wo könnte sich ein mehr an Vertrauen auszahlen?

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Die 7 Wege zur Effektivität im Projektmanagement und NLP

Die 7 Wege zur Effektivität von Stephen R. Covey lassen sich auch auf Projektmanagement und den NLP-Formatrahmen anwenden. Sie betreffen dort die Grundeinstellung und verschiedene Phasen im Projektmanagement-Prozess und Coaching-Prozess.

7 Wege zur Effektivität im PM und NLP

1. Pro-aktiv sein

  • PM: Eine der wichtigsten Eigenschaften eines Projektleiters ist die Pro-Aktivität (statt Re-Aktivität oder gar simplem Abwarten). Ein Projekt kann ohne dieses Verhalten weder geplant noch gesteuert werden. Im NLP wird diese Eigenschaft des Projektleiters auf ein Meta-Programm abgebildet. Andererseits kann die Eigenschaft durchaus differenziert betrachtet werden (s. Pro-aktiv oder doch nur Re-aktiv).
  • NLP: Das Prinzip der Pro-Aktivität muss beim Coachee in einem Mindestmaß ausgebildet sein, indem der Wunsch nach Veränderung vorliegt. Andernfalls macht Coaching keinen Sinn, weil es nur den vorhandenen Wunsch nach Veränderung unterstützen, ihn selbst aber nicht schaffen kann.

2. Schon am Anfang das Ende im Sinn haben

  • PM: Dieses Prinzip drückt sich im Projektmanagement in der Definition- und Planungsphase von Projekten aus. In diesen Phasen werden die Ziele festgelegt und in die Durchführungsschritte heruntergebrochen. Ebenso werden die Kunden durch den zu realisierenden Nutzungserfolg einbezogen. Obwohl dies eigentlich Selbstverständlichkeiten sind, werden diese Phasen viel zu oft unvollständig ausgeführt und zu schnell mit der Durchführung begonnen.
  • NLP: Mittels diesem Prinzip wird zu Beginn das Ziel des Coachings mit dem Coachee erarbeitet und definiert. Am Ende des Coachings wird durch den Future-Pace und Tests die Zukunft vorweggenommen und der Erfolg des Coachings geprüft.

3. Das Wichtigste zuerst

  • PM: In diesem Prinzip stecken Priorisierung und Reihenfolge der Projektphasen. Die Planung erfolgt vor der Durchführung, die Projekt-Initiierung und -Definition vor der Planung. Ebenso werden die Ziele mit Kriterien zu Beginn des Projekts festgelegt, um einen Planungsrahmen abzustecken und später auch gegen Erfolgskriterien messen zu können.
  • NLP: Vor der eigentliche Coaching-Phase (entspr. der Projekdurchführung) wird zuerst das Problem und das Ziel des Coachees erarbeitet und definiert. Der initiale Einstieg in den gesamten Coaching-Prozess geschieht durch den Aufbau von Rapport zwischen Coach und Coachee. Ohne Rapport im gesamten Prozess entsteht kein gegenseitiges Vertrauen und es kann dadurch auch zu keiner erfolgreichen Veränderungsarbeit kommen.

4. Gewinn/Gewinn denken

  • PM: Diesem Prinzip liegt die Einsicht zugrunde, dass nur mit gemeinsamem Vorgehen aller Beteiligten ein Projekt erfolgreich durchgeführt werden kann. Das betrifft Projektleiter und Auftraggeber, Projektleiter und Projektteam sowie Projekt und Umfeld. Umgesetzt wird dies durch aktives Stakeholder-Management und die regelmäßige Einbeziehung der Kunden.
  • NLP: Im NLP-Formatrahmen, d.h. dem Coaching-Prozess, kommt dieses Prinzip im Öko-Check zum Ausdruck. Dort wird der Nutzen und der Einfluss der Veränderung mit der Umwelt des Coachees abgeglichen. Ebenso führt der Coach für sich einen internen Öko-Check durch. Hat dieser in beiden Fällen kein positives Ergebnis, wird das Coaching abgebrochen. Bei den 7 Wegen heißt das “win-win” oder “no deal”. Der Fall, dass es zu einer Win-Loose-Situation kommt, ist keine akzeptable Alternative.

5. Erst verstehen, dann verstanden werden

  • PM: Diese Reihenfolge drückt sich in der Durchführung von Ziel- und Risiko-Workshops in der Definitionsphase eines Projekts aus. Dort werden auch Umfeld- und Stakeholder-Analysen durchgeführt. All diese Aktivitäten dienen dem Verständnis der Randbedingungen und Einflussfaktoren auf das Projekt und sie werden vor der Planung durchführt, bevor das Projekt dann in der Umsetzungsphase Einfluss auf das Umfeld ausübt. Als Teil des Umfeld- und Stakeholder-Management wird dort auch gegenseitiges Verständnis für den Einfluss des Projekts aufgebaut. Ziel ist dabei, spätere Überraschungen und Konflikte durch ursprüngliche Miss-Verständnisse zu vermeiden.
  • NLP: Im Coaching-Prozess tritt dieses Prinzip mehrfach auf. Zu Beginn wird durch den Rapport zwischen Coach und Coachee und dem Abgleich von Problem- und Zieldefinition gemeinsames Verständnis geschaffen, bevor das Coaching durchgeführt wird. Die Aktivität geht dabei vom Coach aus. Er muss sich zuerst Verständnis für die Situation des Coachees verschaffen, bevor er die Strategie zur Veränderungsarbeit festlegen und umsetzen kann, wozu er dann das (Ein-)Verständnis des Coachees benötigt.

6. Synergie erzeugen

  • PM: Synergien entstehen, wenn alle Beteiligten in der gleichen Richtung am Projekterfolg arbeiten. Ein wichtiger Erfolgsfaktor ist dabei das Stakeholder-Management, in dem die Betroffenheit, das Interesse und der Einfluss (der durchaus positiv sein kann) geklärt wird. Weitere Synergien können zum Projektabschluss bzw. danach entstehen, wenn durch das Projektlernen sichergestellt wird, dass Erkenntnisse aus dem Projekt auf andere und Folgeprojekte übertragen werden können.
  • NLP: Synergien im Coaching-Prozess können entstehen, wenn vorhandene Ressourcen des Coachees aufgedeckt und dann sinnvoll eingesetzt werden. Dieses Prinzip drückt sich durch den expliziten Teilschritt im Prozess aus. Geprüft werden dabei verfügbare Ressourcen, die unterstützend wirken können ebenso wie fehlende Ressourcen oder vorhandene Verhaltensweisen, die bisher eine Veränderung verhindert haben.

7. Die Säge schärfen

  • PM: Dieses Prinzip kann der Projektleiter durch ständige Selbstreflektion für sich selbst und sein Team nutzen, indem er hinterfragt, welche Fähigkeiten jeweils nicht ausreichend ausgebildet sind und ggf. noch erworben werden sollten. Für andere Projekte können Erkenntnisgewinne durch das Projektlernen in Projektabschluss-Workshops erarbeitet werden.
  • NLP: Auch für den Coach ist die Reflektion seiner Handlungen im Einzelfall und in der gesamten Tätigkeit ein wichtiger Weg zur Weiterentwicklung. Dies kann durch externe Supervision des Coachs unterstützt werden. Darüberhinaus sollte trotz einer abgeschlossenen Ausbildung die eigene Fortbildung laufend gepflegt und ausgebaut werden.

Frage: Welche Prinzipien setzen Sie in Ihrer Arbeit als Projektleiter oder Coach ein?
Wo sehen Sie noch weitere Gemeinsamkeiten zwischen NLP und Projektmanagement? Wie könnten diese Prinzipien Ihre Arbeit effektiver gestalten?

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